In Memoriam Rolf H. Wiebold

Gedenkminute bei der Wiebold Confiserie GmbH & Co. KG

Mit einer Ansprache durch den Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Walter R. Wiebold und einer Gedenkminute im Kreise der Belegschaft, gedachte die Wiebold Confiserie GmbH & Co. KG des Gründers, Rolf H. Wiebold

Rolf H. Wiebold begann direkt nach dem Kriege als einer der ersten Konfekt- und Schokoladenmacher seine Ausbildung bei der Firma B. Sprengel & Co. in seiner Heimat- und Geburtsstadt Hannover.

Nach 12jähriger Betriebszugehörigkeit, in der er sich als Fachmann für Pralinen und Schokolade einen hervorragenden Ruf und ein enormes Wissen erarbeitet hatte, galt er bereits als junger Mann als einer der 3 besten Confiseure im Nachkriegsdeutschland.

Seine weiteren beruflichen Stationen führten ihn zu bekannten Unternehmen, wie Brandt Schokoladen in Landshut, Trumpf, Lindt oder Zentis in Aachen, wo er die Herstellung von Marzipanprodukten einführte.

1968 gründete er mit seiner Frau Christa die C. M. Wiebold Confiserie und siedelte mit Beginn der 70er Jahre nach Halstenbek bei Hamburg um.

Mit 51 Jahren verstarb Rolf H. Wiebold unerwartet und sein Sohn, Walter R. Wiebold, gliederte das bis dahin 68m² große Unternehmen, das am Verbindungsweg in Halstenbek angesiedelt war, in das eigene Unternehmen, das bis 1992 im Gewerbegebiet von Halstenbek ansässig war, ein.

Seit 1992 ist die Wiebold Confiserie GmbH & Co. KG als Teil der Wiebold Firmengruppe in Elmshorn ansässig.

Einige der langjährigen Wiebold Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erinnern sich gerne an Rolf H. Wiebold, der als außerordentlich belesen galt und sich sehr intensiv mit den großen deutschen Philosophen und dem tibetischen Buddhismus beschäftigte.

„Mein Großvater“, so die Geschäftsführerin, Sarah Wiebold, die heute das Unternehmen mit ihrer Mutter, Sabine Wiebold, in dritter Generation führt, „prägte ganz entscheidend das, was wir den „Spirit“ des Unternehmens nennen und dieses geistige Erbe zu bewahren, zu pflegen und in seinem Sinne weiterzuentwickeln, ist der Familie Verpflichtung und Freude zugleich und bisher ist uns das, auch aufgrund des umfangreichen Archivs, welches mein Großvater hinterlassen hat, sehr gut gelungen. Auch, wenn das Unternehmen damals sehr klein war, so standen für meinen Vater doch immer der Mitarbeiter sowie das Prinzip von Ursache und Wirkung im Vordergrund. Daran hat sich bis heute nichts geändert und es ist für uns selbstverständlich, dass der Kunde König ist und wir als Unternehmen unseren finanziellen, gesetzlichen, aber auch moralischen Verpflichtungen stets nachkommen und deshalb muss dies niemals gesondert erwähnt werden.“

Ein ganz besonderer Schatz sind die Schokoladenrezepturen von Rolf H. Wiebold, die er in den 50er und 60er Jahren entwickelt hat und die seine Enkeltochter mit Hilfe ihres Ehemannes, Hauke Feddersen und den Lieferanten des Unternehmens wieder hat produzieren lassen.

„Es war für alle Fachleute“, so Sarah Wiebold, „sehr spannend und interessant zu erleben, welch besondere Qualitäten in dieser Zeit produziert wurden und wie fein die Geschmacksnuancen herausgearbeitet wurden. Wir waren sehr erstaunt, wie viel positiven Einfluss diese Schokoladen auf unsere bestehenden Rezepturen hatten und so haben wir uns nach intensiven Verkostungen dazu entschlossen, diese Rezepturen von unseren Lieferanten originalgetreu produzieren zu lassen und mit Beginn der Herbst- Weihnachtssaison einzusetzen“.

„Diese Rezepturen wieder zu produzieren, hat uns viel Zeit und Arbeit gekostet, aber es sind die Rezepturen unserer Geschichte. Es ist ein wichtiger Wert, auf dem die Grundsätze des Unternehmens und der Familie aufgebaut sind und zuallererst ist es der Qualitätsgedanke, den wir in mehreren Generationen denken und der auch zukünftigen Generationen Verpflichtung sein muss. Darin unterscheiden wir uns von neuen Unternehmen, die in dieses Geschäft einsteigen, denn dies ist unsere Identität aus der 1. Generation heraus und es entspricht unserem Sinn für das Wahre, das Echte und das Dauerhafte!“, so Sarah Wiebold.

„Wir verkaufen ja nicht nur Schokolade und Pralinen, sondern eher diese Identität, die auch eine Emotion beim Verbraucher hervorruft. Die Authentizität des Unternehmens wollen wir durch diese Maßnahmen erlebbar machen“, so Sarah Wiebold, „hier gibt es ein Unternehmen Wiebold, meinen Großvater, Rolf H. Wiebold, meinen Vater, Walter R. Wiebold und jetzt die 3. Generation, die ich mit meinem Ehemann und meinen Schwestern abbilde und bei der meine Mutter quasi als Bindeglied zwischen der 2. und 3. Generation den kaufmännischen und den Bereich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortet.“

„Ich denke, mein Großvater wäre stolz auf das, was wir als Familie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet haben. Das demnächst ablaufende Wirtschaftsjahr war nicht nur eines der besten überhaupt, sondern wir konnten die Umsätze zweistellig und damit auch unseren Marktanteil ganz erheblich steigern. Im neuen Wirtschaftsjahr werden wir mit sehr hohen Investitionen am Standort Elmshorn die positive Zukunft des Unternehmens festigen und ausbauen, dabei aber immer den Menschen, ob es nun die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kunden oder Lieferanten sind, in den Mittelpunkt stellen. Wir ehren das Gedenken an meinen Großvater durch das, was wir jeden Tag tun und im klassischen Wortsinn unternehmen und ich denke, dass man kaum mehr im Sinne eines Verstorbenen tun kann, denn dies ist das Fundament der unternehmerischen Tradition“, so Sarah Wiebold.